Menu

Der Start in den Norden

Jetzt geht es endlich los. Wir gehen das erste Mal mit unserem T4 Bus auf Reisen. Wir, das sind Christoph, ich (Sarah) und Nyls, der „kleine“ blaue Bus. Nyls haben wir erst seit ein paar Monaten und deshalb ist die Reise für uns besonders aufregend. Die Regale haben einen neuen Anstrich bekommen, aber sonst ist er schon optimal ausgerüstet. Er hat eine Kochstelle mit Kühlschrank und einen schönen Wandschrank. Dieser Schrank ist aus Vollholz und sieht daher besonders wohnlich aus. Es ist wirklich praktisch mit so einem Bus: Das Bett können wir während der Fahrt immer aufgebaut lassen und wir brauchen nur die Vorhänge zuziehen und schon wirkt es wie in einer super kleinen Einraumwohnung (super super klein). Dafür liebe ich Nyls jetzt schon. In der Fahrerkabine habe ich einen kleinen Traumfänger aufgehangen, der uns vor bösen Träumen schützen soll. Ich hoffe, dass der selbstgebastelte Traumfänger so etwas kann.

Unser Van ist schon eine Menge durch die Welt gefahren und nun soll er auch mit uns auf die Reise gehen. Unser Ziel für diesen Urlaub ist Flatanger in Norwegen. Aber bis wir da ankommen, möchten wir Norwegen noch so richtig kennenlernen.

Doch als erstes müssen wir unsere Fähre schaffen. Dafür sind wir einen Tag vorher gestartet und haben es tatsächlich pünktlich nach Hirthshals geschafft. Aber bis wir endlich ankamen, hatten wir eine lange Reise vor uns. Eine Fahrt, in der wir übermüdet waren, in der wir hungrig waren und in der wir stundenlang Toiletten gesucht haben. Nach einigen Pausen und beruhigenden Worten, die wir uns gegenseitig zuschoben, haben wir doch rechtzeitig das Ziel erreicht. Aber nicht nur Worte haben uns zum Hafen gebracht, sondern auch ne Menge Kaffee, Energy und Nüsse.

Als wir dann endlich am Gate angekommen sind, warteten wir auf die Aufmerksamkeit der Frau in dem kleinen Häuschen uns gegenüber. Doch dann als sie uns anschaute und fragte ob wir Christoph und Sarah wären, hat sie uns sehr begeistert. Wir waren plötzlich hellwach, da wir so glücklich waren, dass alles geklappt hat. Wir haben die Fähre erreicht, die Buchung hat funktioniert und die Mitarbeiter der Fähre waren super nett. Nun hieß es für Nyls nur noch in den großen Bauch der Fähre fahren und dann konnte die Fahrt über das Meer losgehen. Bei gutem Wetter gingen wir von Deck zu Deck und beobachteten das Meer und die Menschen. Als wir endlich in Norwegen ankamen, hieß es nur noch eine letzte Entscheidung treffen. Dann können wir endlich Urlaub machen. Die Frage war: Haben wir was zu verzollen oder nicht? Wir haben uns für Nicht-Verzollen entschieden und genau das wurde uns zum Verhängnis. Ein netter norwegischer Beamter winkte uns aus der Schlange heraus und weißte uns auf einen Platz, auf dem wir halten sollten. Nun stand Nyls unter einem Bogen, welcher an einen LKW befestigt war. Als wir gebeten wurden auszusteigen, fuhr der Bogen samt LKW auch schon los und über Nyls hinweg. Er scannte den Inhalt unseres Busses und wir konnten nur von außen zusehen. Als der Scan beendet war, kam der Beamte wieder auf uns zu und fragte ein wiederholtes Mal, was wir alles an Alkohol und Tabak dabei hätten. Erst als wir ihm alles zeigten und in seine stahlblauen Augen bestimmt sagten, dass wir nichts zu verzollendes dabei hätten, durften wir fahren. Wir fuhren also vom Hafengelände herunter und betraten nun das erste Mal ein so wildes und vielseitiges Land. Nach einer kurzen Fahrt haben wir nun auch etwas zum Schlafen gefunden. Zuerst sind wir vorbei gefahren, aber auf dem Rückweg sah es doch sehr gut aus. So entschieden wir uns in Sandefjord zu bleiben. Hier gab es einen Parkplatz, auf dem Caravane und Busse kostenfrei und über Nacht stehen durften. In dieser Nacht waren wir sehr dankbar über diesen tollen Platz. Wir waren nun über einen Tag munter und brauchten endlich unseren Schlaf. Doch bevor wir schlafen konnten, lernten wir noch norwegische Freundlichkeit kennen. So erklärt uns einer der Caravanbesitzer vom Parkplatz genau, wie diese Parkplätze in den Städten funktionieren und was wir in nächster Zeit beachten sollen. Danach erzählte er uns, was er alles schon in Deutschland erlebt hätte und wo er überall schon war. Er zeigte uns stolz seinen amerikanischen Caravan, den er extra in München gekauft hat, da dieses Model in Norwegen viel zu teuer gewesen wäre. Auch, dass seine Frau schon oft in Erfurt gewesen war und er sie da immer besuchte. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt fielen wir dann todmüde ins Bett und genossen unsere erste Nacht im Nyls.